Sylvia Linder, Astrologin
Von äußerer zu innerer Orientierung
Bei der großen Bedeutung, welche die Naturbeobachtung für unsere Vorfahren hatte, lag es nahe, aus den Orientierungspunkten der äußeren Umwelt auch Schlussfolgerungen für das innere Leben, für Religion und Alltag abzuleiten. Hierfür eigneten sich die Sterne als vergleichsweise stabile Fixpunkte ideal. Etwa um 700 v. Chr. deuteten die Babylonier alle sichtbaren Himmelskörper als Götter. Sie glaubten angesichts der Muster, nach denen diese sich bewegten, würde auch alles sonstige Leben von den Göttern in feste Bahnen gelenkt. Um verschiedene Sternkonstellationen leichter auseinanderhalten zu können, entwickelten Gelehrte ein 12-teiliges Ordnungsschema in Kreisform und benannten die Segmente nach Tieren.
Was konnten sie nun mit diesem Tierkreis tun? Damals wie heute sehnten sich die Menschen nach Sicherheit und wollten in allen Lebensbereichen die richtige Entscheidung treffen. So versuchten die Babylonier, anhand der langjährigen Beobachtungen aus dem Gang der Sterne Vorhersagen für die Zukunft abzuleiten und daraus Entscheidungshilfen zu gewinnen. Das steckt hinter dem Ausdruck „die Sterne befragen“. Es gibt bis heute Formen der Weissagung, die aus astrologischen Zukunftsberechnungen stammen.
Die moderne psychologische Astrologie, nach der ich arbeite, distanziert sich ausdrücklich vom Hellsehen und Wahrsagen: Nicht die Sterne bestimmen unser Schicksal oder unser Handeln, sondern wir selbst. Was jedoch von dem in Babylonien entdeckten Grundprinzip des Kosmos „innen wie außen“ bis heute Erkenntnis stiften kann: Alle Eigenschaften der Planeten und letztlich alle Phänomene der Natur allgemein, finden sich auch in uns Menschen wieder. In jedem von uns steckt der komplette Kosmos. Um glücklich zu leben, gilt es, das natürliche Spiel der Kräfte draußen wie drinnen besser zu verstehen. Wenn Sie diese widerstreitenden Kräfte in sich erstmal kennen und verstehen, werden Sie mutiger und treffen Entscheidungen, mit denen Sie sich anschließend wohlfühlen.









